In letzter Zeit habe ich darüber nachgedacht, wie Entwickler mit dem Microsoft Store Geld verdienen. Microsoft betrieb einst ein eigenes internes Werbenetzwerk für den Store, das jedoch aus unbekannten Gründen eingestellt wurde – höchstwahrscheinlich aufgrund schlechter finanzieller Ergebnisse.
Der Microsoft Store steht in krassem Gegensatz zum Ökosystem von Google. Google kombiniert seinen Play Store mit AdMob, einem spezialisierten SDK für mobile Werbung. Entwickler müssen lediglich das SDK integrieren, ihre individuellen AdMob- und Werbeeinheiten-IDs eingeben, woraufhin AdMob automatisch Werbung an den vorgesehenen Stellen in ihren Apps einblendet. Dieses System fördert die fortlaufende Entwicklung und schafft einen vollständig in sich geschlossenen Monetarisierungskreislauf. Microsoft hingegen fehlt es an einem solchen zusammenhängenden Werbeframework.
Zahlreiche Entwickler veröffentlichen ihre Werke im Microsoft Store, doch kostenlose Apps erzielen nur wenig Aufmerksamkeit, kostenpflichtige Downloads sind sogar noch seltener. Derzeit besteht die Haupteinnahmequelle für Entwickler im Store aus dem direkten Verkauf von Apps: Entwickler legen einen festen Preis fest und erhalten nur dann Einnahmen, wenn Nutzer einen Kauf abschließen. Tatsächlich erzielen nur sehr wenige kostenpflichtige Apps im Microsoft Store nennenswerte Verkaufszahlen, sodass die meisten Entwickler nur geringe Einkünfte erzielen.
Daraus ergibt sich die Frage: Warum entwickeln Menschen weiterhin Apps für diese Plattform? Die Entwicklung erfordert enorm viel Zeit und Aufwand, und Programmierer müssen ihre Familien und Lebenshaltungskosten decken. Ohne tragfähige Einnahmequellen aus ihrer Arbeit wird das Interesse der Entwickler mit der Zeit unweigerlich schwinden. Man kann nur spekulieren, ob Microsoft dieses kritische Problem erkennt.
Microsoft ist sich dieses Problems zweifellos bewusst und versuchte einst, ein eigenes Werbenetzwerk aufzubauen, um gemeinsam mit Entwicklern ein profitables geschlossenes Ökosystem zu schaffen. Dieser Versuch scheiterte letztlich. Ein möglicher Grund ist die überwältigende Dominanz von Googles Werbeplattform, die sich seit fast drei Jahrzehnten weiterentwickelt hat. Ein weiterer Grund ist der Mangel an Werbetreibenden, die bereit sind, in die Werbeflächen von Microsoft zu investieren. Unabhängig von der genauen Ursachenkombination entschied sich Microsoft schließlich, sein eigenes Werbeprogramm einzustellen.

Heutzutage gibt es unzählige Apps im Microsoft Store, die seit Jahren keine Aktualisierungen erhalten. Bekannte Fehler bleiben unbehoben, und die Nutzerzahl ist äußerst gering. Selbst Software großer Unternehmen generiert kaum Einnahmen über den Microsoft Store; die Konzerne nutzen den Store lediglich als zusätzlichen Vertriebskanal. Das erklärt die Vielzahl minderwertiger Einträge auf der Plattform. Meiner Meinung nach wollen Entwickler ihre Produkte grundsätzlich nicht vernachlässigen oder auf eine Aktualisierung verzichten. Das Kernproblem ist nach wie vor das Fehlen eines funktionierenden Werbe-Monetarisierungssystems, und In-App-Käufe locken ebenfalls keine nennenswerten Ausgaben der Verbraucher an. Dieser Teufelskreis wird sich voraussichtlich fortsetzen. Da die meisten Windows-Nutzer Software außerhalb des offiziellen Stores beziehen, ist es durchaus vorstellbar, dass Microsoft den Microsoft Store eines Tages vollständig schließt.
Daher hoffe ich, dass Microsoft diesen Bereich künftig prioritisiert und einen nachhaltigen Kreislauf wiederherstellt, der das hauseigene Werbenetzwerk mit den Einnahmen der Entwickler verbindet. Kein Entwickler kann langfristig nur aus Hobby und ohne rentable Einnahmequellen weiterentwickeln. Fehlen praktikable Monetarisierungsmöglichkeiten, werden weiterhin zahlreiche Entwickler diese Plattform verlassen.